Berlin (dpa) - Weltranglisten-Spitzenreiter Erik Zabel wird nach dem Abgang von Jan Ullrich eine dominierende Stellung im Bonner Rad-Team Telekom einnehmen.
«Trotz meiner bisher zehn Jahre Telekom habe ich einen solchen Schnitt wie diesmal noch nicht erlebt. Ich muss mich deshalb auch neu orientieren. Es ist angedacht, dass ich eine Art Gesamtkapitän sein soll», erklärte der mit 22 Siegen erfolgreichste deutsche Radsportler der zurückliegenden Saison in einem Interview der «Welt». «Bei den Rennen werde ich die Aufgabe haben, als verlängerter Arm des Sportlichen Leiters im Feld zu agieren. Ich werde nicht immer selbst in Aktion treten, sondern anderen helfen, in gute Positionen zu kommen», so Zabel.
Insgesamt sei das Jahr 2002 nicht das erfolgreichste für das Team Telekom gewesen. «Im Rückblick war es ein Jahr mit Nackenschlägen. Erst fällt Jan Ullrich für die gesamte Saison aus, dann erwischt es Andreas Klöden. Er kam einfach nicht in Tritt. Zu allem Übel stürzte auch noch Alexander Winokurow bei der Tour de Suisse und verletzte sich schwer. Solche Schläge verkraftet keine Mannschaft. Dann erfuhren wir zwei Tage vor dem Start der Tour de France die Sache mit Jan. Das hat die gesamte Mannschaft irgendwie gelähmt», sagte der Sprint-Spezialist aus Unna.
Zabel bedauerte den Weggang von Olympiasieger Jan Ullrich, der wegen Drogenmissbrauchs noch bis zum 23. März 2003 gesperrt ist. «In erster Linie finde ich seinen Wechsel schade. Ich bin sehr gern mit Jan gefahren. Wir haben uns immer gegenseitig respektiert. Jan hat sich nun für einen Wechsel entschieden. Die Entscheidung ist zu respektieren.»