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Rudolf Scharping (2. v. li.), der Macher: Mit Politikern und Wirtschaftsbossen hielt er stets engen Kontakt. Foto: BDR
02.04.2025 19:45
Rudolf Scharping: « Es war eine spannende und erfüllte Zeit»

Frankfurt (rad-net) - Auf der kommenden Bundeshauptversammlung des deutschen Radsportverbandes German Cycling kandidiert Rudolf Scharping nicht mehr für das Amt des Präsidenten. Seine Amtszeit dauerte 20 Jahre. Kein Präsident vor ihm war länger im Amt. In nachfolgendem Interview erzählt er von seiner erfolgreichen Verbandsführung, aber auch von Krisen und Herausforderungen.

Herr Scharping, als Sie ihr Amt 2005 antraten, hätten Sie nicht gedacht, dass Ihre Präsidentschaft so lange andauern würde, oder?
Rudolf Scharping: Damals war die Absicht, dem Radsport etwas zurückzugeben. Meine Begeisterung für Radsport war und ist groß. Von heute betrachtet: ohne Corona wären es vielleicht vier Jahre weniger gewesen. Man weiß es nicht.

Welche Erlebnisse bleiben für Sie in guter Erinnerung? Was waren die Highlights Ihrer Amtszeit?
Scharping: Das ist mehr als ein paar Highlights, auch wenn es die sicherlich gegeben hat. In Erinnerung bleiben wird mir der Teamgeist im Präsidium; das fantastische Engagement in den Vereinen; die Fähigkeit, Innovationen voranzutreiben, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren; nicht zuletzt die enormen sportlichen Erfolge. Dafür haben viele die Grundlagen geschaffen, darunter manche, die zu wenig erwähnt werden: die Ehrenamtlichen, die Trainer, Physios oder Mechaniker, auch die vielen Mitglieder und unsere wirtschaftlichen Partner. Nicht zuletzt: alle Leute auf unserer Geschäftsstelle, die mit Gehaltsverzicht den BDR in der Corona-Krise retten halfen.

Exakt ein Jahr nach Ihrer Amtsübernahme schlitterte der Radsport in seine größte Krise. Die Dopingaffären im Team Telekom waren ein Erdbeben. Rückblickend betrachtet: Wie hat der deutsche Radsport, wie haben Sie als Verband damals diese Krise gemeistert?
Scharping: Wir sind das Thema sehr offensiv angegangen, haben gesetzliche Regelungen und den Blutpass eingefordert und einen klaren Trennungsstrich gezogen. Wir standen vor dem Ruin, wirtschaftlich, sportlich und in der öffentlichen Wahrnehmung. Aber wir haben das gemeinsam gemeistert. Rückblickend würde ich sagen, wir haben vieles richtig gemacht, sicher auch mal Fehler. Zur Erinnerung: ich hatte schon 1998, als der Festina-Skandal die Tour de France erschütterte, für gesetzliche Regelungen plädiert. So ist es ja dann auch gekommen, wenn auch sehr spät. Dass der Radsport national und international heute so gut dasteht, hat auch damit zu tun, dass er damals, in dieser großen Krise, sehr konsequent gehandelt hat.

Vor fünf Jahren kam Corona, auch da hat der Radsport gelitten. Wie ist es heute um die Wirtschaftlichkeit von German Cycling bestellt?
Scharping: Ja, erst Doping, dann Corona, beides hatte unsere Existenz bedroht, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Doping hatte kriminelle Energie und den gesamten Radsport beschädigt. Corona hat uns alle betroffen und vieles massiv eingeschränkt, auch den Sport. Zwar hat es der Fahrradbranche einen gewissen Boom beschert; es war ja allemal besser, draußen Rad zu fahren als zu Hause zu sitzen. Uns aber hat der Wegfall von Veranstaltungen, von Trainingsmöglichkeiten, von gemeinsamen Erlebnissen menschlich, organisatorisch und finanziell an die Grenzen gebracht.

Gerade wurde die Thüringen-Rundfahrt der Frauen abgesagt. Insgesamt gibt es, auch aufgrund immer steigender Auflagen der Behörden, vermehrt Hindernisse, Radrennen auszurichten. Wo sehen Sie Wege, dem zu begegnen, konkret, wie kann den Veranstaltern geholfen werden?
Scharping: Zunächst einmal: Das betrifft alle, die den öffentlichen Raum nutzen, Radsportler, Triathleten, Läufer. Auf der einen Seite sieht man, wie attraktiv es sein kann, ein Event mitten in einer Stadt durchzuführen. Die Olympischen Spiele in Paris sind dafür das jüngste und größte Symbol. Aber der Alltag ist ja anders. Die behördlichen Auflagen werden immer intensiver und teurer, das bringt Sportveranstaltungen um. Wir müssen zurück zu den Wurzeln und den Sport möglich machen statt ihn zu behindern. Behörden sollten pragmatisch vorgehen, praktischer denken. Ein großes Gitter ist manchmal auch durch ein Flatterband zu ersetzen. Allen wäre geholfen, wenn man etwas hilfsbereiter an die Dinge herangeht. Viele Vereine oder Veranstalter sind sehr innovativ, Gottseidank. Ein großer Parkplatz, der am Wochenende nicht gebraucht wird, kann für ein Nachwuchsrennen genutzt werden, ein brach liegender Tennisplatz für eine Pumptrack-Veranstaltung, ein Waldstück für ein MTB-Rennen.

Wenn man die letzten Jahre betrachtet, war das Krisenmanagement Ihre Hauptaufgabe. Woher haben Sie die Motivation genommen?
Scharping: Da muss ich ganz klar widersprechen. Natürlich, es gab zwei große Krisen, aber das haben wir gemeistert. Da hat German Cycling sicherlich auch von einer besonnenen und langfristigen Führung profitiert. Zum Sport gehört eben nicht nur Leistung und Ehrgeiz, sondern auch Respekt und Demut. Vier, fünf Jahre stand das Krisenmanagement sicherlich im Fokus, aber der Rest war für mich persönlich eine sehr spannende und erfüllte Zeit. BDR-Präsident zu sein, das war für mich all die Jahre ein schönes, wenn auch manchmal stressiges Ehrenamt.

Also gibt es keine Sorge um die Zukunft des Verbandes bei all den Krisen, die uns derzeit umgeben? Wie ist German Cycling aufgestellt?
Scharping: Ich halte es für falsch, Krisen zum zentralen Thema zu machen. German Cycling hat deutlich über 153.000 Mitglieder. Das sind rund 30.000 mehr als zu Beginn meiner Amtszeit. Wir haben junge Vereine, Menschen, die in diesen Vereinen etwas bewegen, wo Begeisterung am Sport herrscht. Wir sind sportlich erfolgreich und jetzt finanziell stabil. Das ist erfreulich. Aber wir dürfen uns nicht darauf ausruhen, sondern müssen das festigen. Zum Beispiel: öffentliche Gelder werden in Zukunft weniger werden, das wird also mehr Eigenmittel erfordern und die Kosten steigen deutlich.
Ein weiterer Punkt ist Digitalisierung. Da sind wir ein großes Stück vorangekommen. Das muss kontinuierlich weitergehen. German Cycling hat alle Möglichkeiten in der Hand, den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden.

Was ist das Wichtigste, das Sie hinterlassen? Woran werden die Leute denken, wenn Sie an Rudolf Scharping als BDR-Präsident denken?
Scharping: Das werden andere herausfinden. Froh bin ich darüber, dass wir verlässliche wirtschaftliche Partner an unserer Seite haben, und, ganz aktuell, dass es gelungen ist, die Deutschland-Tour für die nächsten Jahre zu sichern, mit einem sehr langfristigen Vertrag mit der ASO. Für den Radsport ist das ein enorm wichtiges Signal.

Herr Bach will nach seinem Rückzug den Jakobsweg laufen, was sind Ihre Pläne?
Scharping: Ich bin ein paar Tage in England. Einer meiner Enkel spielt dort mit seinem Schulorchester.

Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger?
Scharping: Alles Gute und dass er immer ein gutes Team um sich hat, dass er den Verband erfolgreich führt und die Freude am Radsport bleibt.


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