Pietermaritzburg (rad-net) - Hans-Peter Durst (T2), Michael Teuber (C1) und Steffen Warias (C3) haben im Straßen-Weltcup der Para-Cycler den Gesamtsieg davongetragen. Nach insgesamt vier Doppelveranstaltungen mit je einem Zeitfahren und Straßenrennen in Maniago (Italien), Yverdon-les-Bains (Schweiz), Elzach (Deutschland) und Pietermaritzburg (Südafrika) konnten sich die drei deutschen Sportler recht deutlich gegen ihre Konkurrenz durchsetzen.
Teuber, Durst sowie Warias unterstrichen in den letzten beiden Rennen auch noch einmal ihre Siegambitionen. C1-Fahrer Michael Teuber gewann sowohl das Zeitfahren als auch das Straßenrennen. Im Kampf gegen die Uhr verwies er seinen Dauerkonkurrenten Juan Jose Mendez (Spanien) um 47 Sekunden auf den zweiten Platz, im Straßenrennen kam er sieben Sekunden vor Matthew Bigos (USA) ins Ziel. «Ich bin happy, dass ich mich nach der WM noch einmal in eine so gute Form bringen konnte. Dass mir mit mittlerweile 47 Jahren die Titelverteidigung im WM-Zeitfahren, fünf Weltcupsiege und der Gewinn des Gesamtweltcups gelungen sind, ist einfach unglaublich», freute sich Michael Teuber.
Im Einzelzeitfahren der T2-Klasse führte einmal mehr kein Weg an Hans-Peter Durst vorbei. Der Dortmunder gewann mit 40 Sekunden Vorsprung auf Ryan Boyle (USA) und im Straßenrennen musste er sich im Zweiersprint nur Goldy Fuchs (Südafrika) geschlagen geben. «In der letzten Runde zog Goldy Fuchs nochmals richtig an, ich kämpfte mich auf der Abfahrt wieder heran, versteuerte mich aber an der letzten Kurve vor der Zielgerade und musste den Sprint gegen Goldy mit rund 50 Metern Rückstand fahren - im Ziel fehlten fünf Zentimeter», beschrieb Durst den letzten Weltcup-Sprint in dieser Saison. «Der Freude über dieses gelungene Finale des UCI-Rennjahres tat dies aber keinen Abbruch. Ich mich über den Sieg des jungen Rennfahrers vor seiner Kulisse und vor allem, dass ich mein großes Ziel, den Gesamtweltcup zu holen, geschafft habe», so Hans-Peter Durst.
Steffen Warias dominierte ebenfalls im C3-Einzelzeitfahren. Er gewann 27 Sekunden vor Eduardo Santas Asensio (Spanien) und im Straßenrennen wurde er Vierter.
Siege konnten ebenfalls Christiane Reppe, Dorothee Vieth und Vico Merklein feiern. Während H4-Handbikerin Reppe sowohl im Zeitfahren und Einzelzeitfahren mit großem Vorsprung vor der Schweizerin Sandra Graf gewann, freuten sich Vieth und Merklein über Siege im H5-Zeitfahren beziehungsweise H4-Straßenrennen. Im Straßenrennen war Vieth zudem Zweite im Sprint hinter Laura de Vaan (Niederlande) geworden.
Zwei zweite Plätze sicherten Max Weber (H3) und Kerstin Brachtendorf (C5) der deutschen Delegation zudem im Straßenrennen. Zweimal Dritte wurde Jana Majunke (T2), Brachtendorf wurde ebenfalls Dritte im Zeitfahren.
Die deutsche Staffel um Max Weber, Mariusz Frankowski und Vico Merklein belegte ebenfalls Platz drei. In einem engen Rennen musste sich das Trio am Ende nur um 47 Sekunden dem Team aus den USA geschlagen geben. Platz zwei ging an Belgien, das 20 Sekunden hinter den USA den Zielstrich überquerte.
«Die Weltcupsaison war eine der erfolgreichsten aller Zeiten für das deutsche Team. Im Vor-Paralympischen Jahr war es auch enorm wichtig, denn die Weltcups sind direkte Punkteevents für Rio 2016. Besonders freut es uns natürlich, dass mit Hans-Peter Durst, Steffen Warias und Michael Teuber gleich drei deutsche in ihren Klassen den Gesamtweltcup sichern konnten. Wir blicken optimistisch gen Rio und wollen jetzt in anstehenden Bahnsaison ebenfalls nochmal zeigen, dass wir zu den Top Nationen gehören», zog Para-Cycling-Teammanager Tobias Engelmann ein positives Fazit.