Bad Säckingen (rad-net) - Die sechste Auflage der Gold Trophy Sabine Spitz ist am Sonntag Schauplatz für das erste internationale Cross-Country-Rennen in Deutschland. Bei den HC-dotierten Rennen in Bad Säckingen treffen Sabine Spitz, Manuel Fumic und Co. auf Konkurrenz, die als Maßstab für die eigene Verfassung dienen kann.
Mit Ausnahme des Deutschen Meisters Markus Schulte-Lünzum, der mit seinem Focus-Team zeitgleich beim Sunshine-Race im italienischen Nals antritt, sind die deutschen Top-Fahrer in Bad Säckingen alle vertreten. Ganz unterschiedliche Wege führten dahin und deshalb unterscheiden sich auch die Ambitionen. Event-Namensgeberin Sabine Spitz (Wiawis) will vor heimischem Publikum natürlich nicht hinterherfahren, doch perfekt abgestimmt auf «ihr» Rennen ist der Terminkalender natürlich nicht.
In den zwei Wochen seit der finalen Etappe des Cape Epic war die Transformation von der Langzeit-Belastung von täglich vier, fünf Stunden im Sattel auf die dynamischen Anforderungen eines Cross-Country-Kurses kaum zu leisten. Gerade der 3,9 Kilometer lange Kurs in Bad Säckingen verlangt viel Abbremsen und wieder Antreten. «Ich bin gespannt. In Bad Säckingen braucht man sehr viel Intervall-Fähigkeit», bestätigt Sabine Spitz im Südkurier-Interview. Das habe sie, auch im Blick auf den Weltcup-Start am 20. Mai «noch nicht allzu oft trainiert.» So muss sie das Rennen vor allem über ihre Ausdauer-Fähigkeiten gestalten.
Auch Adelheid Morath (BikesportWorld) hat das Cape Epic in den Beinen. Die Freiburgerin spricht von einem «Schock» für den Körper, einem «Lotteriespiel» und rechnet damit, dass sie «einen auf den Deckel bekommen kann», wie sie es mit einem Lachen formuliert. Es gibt schließlich Konkurrenz, die schon seit mehreren Wochen im Cross-Country-Thema drin ist. Die polnische Olympia-Silbermedaillengewinnerin Maja Wloszczowska, Europameisterin Jolanda Neff aus der Schweiz (beide Kross Racing) oder deren Landsfrau Alessandra Keller (Radon Factory Racing), gerade Zweite geworden in Montichiari, um nur Einige zu nennen.
Helen Grobert (Cannondale Factory Racing), die zweite Lokalmatadorin, hat zwar auch schon ein paar Rennen bestritten, doch sie ist mit ihrem Formaufbau etwas verzögert. «Ich ziehe gerade einen ordentlichen Trainingsplan durch und hoffe, dass ich genügend ausgeruht an den Start gehen kann», lässt die Deutsche Vize-Meisterin erkennen, dass ihre Erwartungen nicht allzu hoch sind.
Fumic: Beginn der Detailarbeit
Auch ihr Teamkollege Manuel Fumic geht ohne Ergebnis-Ambitionen in die Gold Trophy. «Es wird das erste große Training, ich habe keine großen Erwartungen», ordnet er das ein. «Ich will das Rennen fahren, damit ich wieder reinkomme.» Vom Marathon-Modus des Cape Epic in den Cross-Country-Modus. «Bis jetzt ist alles perfekt gelaufen. Was bis zum Weltcup-Auftakt noch kommt ist Detail-Arbeit.» Wichtige Detailarbeit, die in Bad Säckingen beginnt. Martin Gluth (Novus OMX), der nach dem Ausscheiden von Julian Schelb das Cape Epic als «Outcast» zuende gefahren ist, spricht vor der Gold-Trophy davon, dass er «den Dieselmotor erst mal wieder umstellen» müsse. «Dafür ist die Strecke in Bad Säckingen aber optimal.»
Nicht so optimal verlief für Moritz Milatz (Kreidler Werksteam) am vergangenen Sonntag in Montichiari der Saisoneinstand. Ein möglicher Erklärungsansatz ist eine Blockade im Rücken, die von einem Sturz aus der Vorwoche herrührt. «Ich hoffe, dass wir das in den Griff kriegen», sagt Milatz. Teamgenosse Markus Bauer ist zuversichtlich, dass es bei ihm in Bad Säckingen schon «eine Nummer besser» geht als in Montichiari. Mit seiner Verfassung ist er jedenfalls zufrieden. Ben Zwiehoff (Bergamont) hat in Langenlois bereits gute Form angedeutet, während Christian Pfäffle (Möbel Märki) trotz vier Wochen Verletzungspause auf einem guten Weg scheint.
Den Maßstab bei den Herren bildet ein französisches Trio. Der Olympia-Vierte Maxime Marotte (Cannondale) und seine beiden ehemaligen Teamkollegen Victor Koretzky und Jordan Sarrou (beide BH-Sr Suntour-KMC) stehen in der Startliste ganz vorne. Die Schweizer Mathias Flückiger (Radon Factory Racing) und Fabian Giger (Kross Racing) gehören ebenfalls zu den Podest-Kandidaten.