Berlin (dpa) - Der von der österreichischen Anti-Doping-Agentur für zwei Jahre gesperrte Bernhard Kohl hat Teile der Radprofis des Dopings verdächtigt. «Im Faherfeld wurde das Produkt diskutiert, einge haben vermutet, dass wahrscheinlich das halbe Feld mit CERA unterwegs ist», sagte Kohl nach Angaben einer österreichischen Zeitung. In einer früheren Aussage vor dem Bundeskriminalamt im Zuge der Ermittlungen um Doping-Vergehen im T-Mobile-Team während der Tour de France 2006 hätte Kohl nach Angaben des Internetdienstes «Namen genannt». Das hieße, dass in die laufenden Ermittlungen Bewegung kommen könnte. Bereits vor Wochen hatte der Freiburger Staatsanwalt erklärt, es hätte weitere Aussagen «von einem Zeugen» gegeben.
Die Freiburger Behörde ermittelt wegen des Verdachts des Blutdopings in der Freiburger Uniklinik, in der bis zu ihrer Entlassung die früheren Telekom- und T-Mobile-Teamärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid Dienst taten. Der geständige ehemalige T- Mobile-Profi Patrik Sinkewitz hatte Blutdoping während der Tour 2006 in Freiburg zugegeben. Der Kletter-Spezialist Kohl, zuletzt im Team Gerolsteiner beschäftigt, fuhr in den Jahren 2005 und 2006 mit mäßigem Erfolg für das Bonner Team.