Baunatal (rad-net) Mit dem BL-Spieltag in Baunatal wurde die Vorrunde abgeschlossen. Der Ausrichter GSV Eintracht Baunatal hatte
die heimische Umgebung in Großenritte verlassen und fand in der Rundsporthalle im Zentrum von Baunatal einen würdigen Rahmen. Dort fand 1985 bereits die Deutsche Meisterschaft Elite und 2 Jahre darauf die Junioren-EM statt. Neben vielen Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft waren aus nah und fern Radballanhänger angereist, so dass nicht nur die vorbereiteten 300 Eintrittskarten und Programme schnell vergriffen waren, sondern nahezu 500 Zuschauer waren gekommen. Für die gute Vorbereitung und Werbemaßnahmen der verdiente Lohn für den GSV, das drückte auch der Bürgermeister Grenacher in seiner Begrüßungsansprache aus.
Vor 5 Wochen fand in
Oberneuland der 1. Teil des 3. Spieltags statt und dort hatte Tabellenführer Gärtringen
I (Schmid-Schittenhelm) mit 16 Pluspunkten eine hohe Hürde gesetzt. Einzig
Vizemeister Krofdorf wäre vor dem Spieltag in der Lage gewesen, Platz 1 zu übernehmen,
aber man hätte nicht nur alle 8 möglichen Punkte holen müssen, sondern
auch in der Tordifferenz mussten in 4 Spielen 9 Tore aufgeholt werden. Der
Pokalsieger hatte offensichtlich eine gute Form, denn gegen Kostheim legte man
wie die Feuerwehr los und führte zur Halbzeit bereits 6:1, weil die Mainzer
ihre Angriffe zu unkonzentriert vortrugen. In der 2. Hälfte hatte sich Kostheim
gefangen und machten die Niederlage mit 2:6 noch erträglich, zumal am Ende der
Saison durchaus die Tordifferenz noch eine Rolle spielen kann. Gegen Großkoschen
war Krofdorf über die gesamte Spieldauer Herr der Szene, immer in Führung
liegend langte es zum 2. Sieg mit 4:2 Toren. Edersleben war im Spiel 3 eine
harte Nuß, denn für beide Teams ging es um eine gewisse Vorentscheidung zum
die Final-Five-Plätze. Krofdorf führte 1:0 beim Seitenwechsel und erhöhte auf
2:0, kam aber 5 Minuten vor Schluß mit dem 1:2 Anschlußtreffer in
Verlegenheit. Nun warf man seine größere Routine in die Waagschale und rettete
den knappen Vorsprung über die Zeit. Nun konnte der Angriff auf Gärtringen I
im Schlussspiel gegen Baunatal erfolgen, aber die Nordhessen war top motiviert
und hatten endlich auch einmal das Glück auf ihrer Seite. Krofdorf scheiterte
am Keeper Lange und Brede verwertete reaktionsschnell die Abpraller zur 2:0-Führung.
Aber es war noch genügend Zeit für den vorjährigen BL-Ersten Krofdorf. Als
erneut Brede zum 3:0 auch einer gelungenen Kombination erfolgreich war, wurde
Krofdorf hektisch. Vor der Pause gelang zwar noch das 1:3, aber in den zweiten 7
Minuten verteidigte Baunatal aufopferungsvoll die wertvollen 2 Punkte; nach dem
Sieg über Gärtringen I vor Wochen in Edersleben damit die zweiten „big
points“ gegen den Abstieg. Baunatal stahl nicht nur mit dieser Leistung den höher
gehandelten Teams an diesem Heimspieltag die Schau. Schon gegen den DM-Vierten
Großkoschen war man sofort im Bilde und holte mit 5:2 sich das
Selbstvertrauen. Die Punkteteilungen gegen Hechtsheim und Kostheim waren voll
verdient, nur hätte man erwartet, dass der eigene Anhang auf der Tribüne nicht
nur über die Leistung von Lange/Brede staunt, sondern mit mehr Begeisterung
unterstützt.
Die Pfaffenberger-Zwillinge aus Edersleben haben mit 4:2 Punkten ihr selbst
gestecktes Tagessoll erfüllt, aber sie hatten arg zu kämpfen, denn in allen 3
Spielen mussten sie einem Rückstand hinterherfahren. Gegen Hechtsheim holten
sie bis zum 3:3 immer einen 1-Tore-Rückstand auf und ca. 15 Sekunden vor Schluß
waren beide Teams mit einem Punkt zufrieden, aber Hechtsheim hatte noch einen
Eckball. Dieser wurde flach hereingespielt, vom Torwart Steve abgewehrt und dann
zum Siegtreffer ins leere Hechtsheimer Tor geschossen. Gegen Kostheim lag
Edersleben sogar 0:2 zurück und es wäre bei mehr Konzentration von Schmitt
noch schlimmer geworden. Ab der Spielminute 5 nahm Edersleben das Spiel in die
Hand und landete am Ende doch noch relativ sicher mit 6:4 Toren den 2.
Tageserfolg. Vom echten Spitzenspiel gegen Krofdorf war schon die Rede.
Hechtsheim holte in den 3 Spielen nur einen Pluspunkt, aber es hätten
durchaus mehr sein können, wenn man mehr Schussglück gehabt hätte. Die
Schnelligkeit des Zusammenspiels und die Technik und Ballbeherrschung bei Heß
haben sich bemerkenswert verbessert. Großkoschen konnte jetzt endlich
wieder Stammspieler Lehmann einsetzen und mit 4:4 Punkten nach 2
Auftaktniederlagen hat man diesen Spieltag noch zu einem zufriedenstellenden
Abschluß gebracht. Die rote Laterne hat man zunächst Iserlohn übergeben können.
Dagegen rutschte Aufsteiger Kostheim mit nur 1:7 Punkten auf einen Abstiegsplatz
ab, den Spielern merkte man an, dass man erst seit einigen Monaten eine
Mannschaft bildet, das blinde Verständnis kann noch nicht da sein. Zudem kam
hinzu, dass im Angriff zu viele leichte Ballverluste zu verzeichnen waren und
die Konter werden nun mal in der 1. Bundesliga oftmals mit Gegentoren.
alle Ergebnisse und Tabellenstand....
Dieter Kuhlmann