Berlin (dpa) - Die Tour-Nachwehen fordern auch von einem siebenmaligen Gewinner Tribut: Lance Armstrong hat seine Rad-Saison vorzeitig für beendet erklärt.
Seinen Start beim Mountainbike-Rennen «Leadville Trail 100» in den Rocky Mountains, das der mittlerweile 38-Jährige aus den USA im vergangenen Jahr noch gewonnen hatte, musste Armstrong wegen der Folgen einer Hüftverletzung absagen, erklärte sein Manager Mark Higgins dem Magazin «VeloNews».
Statt bei dem Höhenrennen am 14. August in die Pedale zu treten, werde er zu Hause bleiben. Weitere Rennen stünden nicht im Kalender für 2010, so Higgins. Die Saison des Amerikaners, der sich mit zunehmenden Dopingvorwürfen konfrontiert sieht, ist damit gut zwei Wochen nach dem Ende seines müden Tour-Auftritts gelaufen. Platz 23, 39:20 Minuten hinter Triumphator Alberto Contador - beeinträchtigt auch durch Stürze und Unfälle stand Armstrongs 13. Teilnahme an der Großen Schleifen unter keinem guten Stern.
Die 100-Meilen-Hatz auf dem Mountainbike musste er nun absagen. 2009 gewann er das Rennen noch mit einem Streckenrekord. Doch diese Zeiten scheinen für den einstigen Rad-Regenten, der im September 39 Jahre alt wird, vorbei zu sein. Armstrong will nach derzeitiger Planung bei zwei Events seiner Krebsstiftung «Livestrong» am 22. August in Philadelphia und im Oktober in Austin mitradeln.
Wie es 2011 mit dem Profisportler Armstrong weitergeht, ist bislang unklar. Schon nach dem Tour-Finish hatte Armstrong mitgeteilt: «Ich weiß noch nicht, ob ich im nächsten Jahr etwas mache, aber Ihr könnt mich auf jeden Fall in Austin mit meinen Kindern Fahrrad fahren sehen.» Sein Comeback 2.0 sei vorbei.
Ansonsten wird sich Armstrong vor allem aber auch weiter mit hartnäckigen Doping-Anschuldigungen auseinandersetzen müssen. Er bestreitet die Einnahme verbotener Mittel und ist bei seiner Verteidigung gegen die US-Ermittler um Jeff Novitzky bereits in die Offensive gegangen. Die Untersuchungen waren durch die Dopingbeichte von Armstrongs Landsmann und ehemaligem Teamkollegen Floyd Landis ausgelöst worden.
Landis beschuldigt Armstrong und dessen langjährigen Teamchef Johann Bruyneel, im damaligen gemeinsamen Team US Postal flächendeckendes Doping betrieben zu haben. Armstrongs Anwalt, Brian Daly, bezeichnete die Untersuchungen als «unamerikanisch und unethisch».