Pal (rad-net) – Torstein Træen (Bahran – Victorious) hat sich auf der sechsten Etappe der Vuelta a España (UCI 2.UWT) überraschend das Rote Trikot des Gesamtführenden gesichert. An der Taktik seines Teams Bahrain – Victorious wird sich dadurch jedoch nichts ändern. Wie der Norweger nach dem zweiten Platz hinter Etappensieger Jay Vine (UAE Team Emirates – XRG) betonte, bleibt Antonio Tiberi weiterhin der alleinige Kapitän für die Gesamtwertung.
«Ich freue mich riesig über das Rote Trikot, aber unser Ziel bleibt dasselbe: Wir fahren für Tiberi», erklärte Træen nach der Zielankunft in Andorra. Der Italiener hatte sich am schweren Schlussanstieg von Pal ebenfalls gut präsentiert und zählt weiterhin zum erweiterten Favoritenkreis.
Der 30-jährige Norweger war in der Ausreißergruppe des Tages gewesen, und konnte sich mit seinem zweiten Rang nicht nur erstmals in seiner Karriere an die Spitze einer Grand Tour setzen, sondern sorgte auch für einen besonderen Moment in seiner Laufbahn. Vor wenigen Jahren hatte Træen noch einen erfolgreichen Kampf gegen Hodenkrebs geführt. 2024 folgte ein Etappensieg bei der Tour de Suisse (UCI 2.UWT). Nun folgte das Leadertrikot bei der Vuelta.
«Ich bin in die Gruppe gegangen, um auf den Etappensieg zu fahren. Aber Jay Vine war zu stark, also habe ich umgedacht und mich auf das Trikot konzentriert», sagte Træen gegenüber Cyclingnews. «Die letzten fünf Kilometer waren brutal. Aber ich wusste, dass ich eine Chance habe, wenn ich Bruno Armirail (Decathlon AG2R La Mondiale Team) am letzten Anstieg hinter mir lasse.»
Im Ziel-Interview betonte Træen mehrfach, dass seine Zeit in Rot wohl begrenzt sei: «Ich weiß nicht, wie lange ich das Trikot behalten kann. Vielleicht holt es sich Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) schon morgen zurück. Aber ich werde es genießen, solange es geht.»
Das Team Bahrain Victorious will trotz des Führungswechsels an seinem Plan festhalten, mit Tiberi ein Top-Ergebnis in der Gesamtwertung zu erzielen. Træen selbst sieht sich nicht in der Rolle des neuen Kapitäns: «Antonio ist ein starker Fahrer, wir kämpfen weiterhin für ihn. Mein Trikot ändert nichts an unserer Taktik.»
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