Madrid (rad-net) – Der ehemalige spanische Radprofi Omar Fraile (INEOS Grenadiers) hat nach dem Ende seiner 13-jährigen Karriere deutliche Worte über den heutigen Profiradsport gefunden. «Der Radsport ist heute sehr unmenschlich und extrem fordernd», sagte der 35-Jährige im Gespräch mit der spanischen Sportzeitung Marca.
Fraile, der im Frühjahr sein Karriereende verkündet hatte, wollte seine Laufbahn ursprünglich bei der Vuelta a España 2025 (UCI 2.UWT) beenden, doch das blieb ihm verwehrt. «Natürlich hätte ich mir gewünscht, dort noch einmal zu starten. Ich hatte mich gezielt vorbereitet und fühlte mich gut, aber das Team hat nunmal anders entschieden», erklärte der Baske, der zuletzt für INEOS Grenadiers fuhr.
Der frühere spanische Meister blickt auf eine erfolgreiche Karriere zurück: Mit Etappensiegen bei der Tour de France 2018, dem Giro d’Italia 2017 und mehreren starken Auftritten bei großen Rundfahrten gehörte Fraile über Jahre zu den angriffslustigsten Fahrern im Peloton. Insgesamt nahm er an 15 großen Landesrundfahrten und zwölf Monumenten teil.
Gleichzeitig sieht er die Entwicklung im Profiradsport zunehmend kritisch. «Heute ist alles deutlich härter, körperlich wie mental. Unter diesen Bedingungen wird es künftig kaum noch Fahrer geben, die 15 Jahre auf diesem Niveau durchhalten können», sagte Fraile.
Mit seiner Einschätzung steht er nicht allein. Bereits andere Profis, wie etwa Julian Vermote, hatten zuletzt den zunehmenden Leistungsdruck und die fehlende Freude am Radfahren beklagt.
Wie es für ihn weitergeht, lässt der Spanier offen: «Im Moment will ich einfach Ruhe, Zeit mit der Familie verbringen und Dinge tun, die ich all die Jahre nicht konnte. Ich möchte mir keinen Druck machen, sondern erst einmal herausfinden, wohin es mich zieht.»
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