Brüssel (rad-net) – Der frühere Teamchef von Soudal Quick-Step, Patrick Lefevere, hat sich zur Tour-de-France-Perspektive von Remco Evenepoel nach dessen Wechsel zu Red Bull – BORA – hansgrohe geäußert und dabei trotz grundsätzlicher Unterstützung einen eher pessimistischen Ton angeschlagen. In einem Interview mit dem belgischen Online-Nachrichtenmedium Sporza betonte der 71-Jährige, dass finanzielle Mittel allein nicht ausreichen, um die Frankreich-Rundfahrt zu gewinnen.
Lefevere hatte Evenepoel bereits im Alter von 17 Jahren zu Quick-Step geholt und dessen Entwicklung über Jahre begleitet. Entsprechend emotional äußerte er sich über den Abgang des Belgiers: «Ich werde Fan bleiben. Ich bin niemand, der sieben Jahre gemeinsamer Erfahrungen einfach wegwirft.» In seinem Herzen werde er Evenepoel weiterhin unterstützen.
Sportlich sieht Lefevere beim Tour-Ziel jedoch weiterhin große Hürden. Zwar besitze Evenepoel das nötige Potenzial, um eines Tages um den Gesamtsieg zu fahren, aktuell sei Tadej Pogačar (UAE Team Emirates – XRG) jedoch «noch außer Reichweite». Auch Jonas Vingegaard bleibt aus seiner Sicht ein maßgeblicher Konkurrent. Evenepoels bislang bestes Tour-Ergebnis ist ein dritter Gesamtrang im Jahr 2024, bei der er mehr als neun Minuten Rückstand auf Pogačar hatte. Sein letzter Tour-Start endete im Vorjahr mit einem kontrovers diskutierten Ausstieg auf der 14. Etappe.
Mit Blick auf sein neues deutsches Team stellte Lefevere klar, dass größere finanzielle Ressourcen keine Garantie für den Tour-Erfolg seien. «Sie haben mehr Geld und können machen, was sie wollen, aber man kann die Tour nicht kaufen. Er muss sie mit seinen Beinen und seinem Kopf gewinnen», sagte der Belgier.
Evenepoel selbst hatte zuletzt betont, dass für ihn im neuen Umfeld vor allem mannschaftliche Geschlossenheit entscheidend sei. Gemeinsam mit Florian Lipowitz wolle er als Einheit auftreten und nicht gegeneinander arbeiten. Das langfristige Ziel sei allerdings ganz klar: eines Tages die Tour de France zu gewinnen.
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